Wir werden die Probleme von heute nicht mit den Strukturen und Ritualen von gestern lösen. Und auch nicht mit einer zunehmenden Lagerbildung, die durch simple schwarz-weiß Sortierungen wieder Ordnung in das Chaos bringen soll. Um dieser Tendenz etwas entgegenzusetzen, haben wir uns das Brückenbauen vorgenommen.
Bewusst Brücken bauen zwischen vermeintlichen Lagern – wir brauchen die Bereitschaft, Gemeinsamkeiten stark zu machen und den jeweils nächstmöglichen Schritt auszuloten. Den Willen, sich zu begegnen, anstatt sich abzuwenden.
Bewusst Brücken bauen zu Personen mit Gestaltungsmacht – wir brauchen die Bereitschaft, als Gewinnerinnen und Gewinner unter dem Status quo auch das Gemeinwohl voranzubringen. Den Willen, ehrlich hinzugucken, anstatt sich Entzug zu leisten.
In der Transformationsforschung wird die Gestaltungsmacht von Personen mit hohem sozio-ökonomischem Status in fünf Kategorien unterteilt (Nielsen u. a. 2021): Investorinnen und Investoren, Rollenmodelle, Entscheidungsträgerinnen und -träger in Organisationen, Bürgerinnen und Bürger, Konsumentinnen und Konsumenten. Gerade die ersten drei Kategorien stehen nicht allen Personen offen. Auch die Kaufkraft oder die Kapazitäten, sich politisch einzumischen, sind sehr ungleich verteilt.
Wir gehören selbst zu dieser Gruppe mit verschiedenen Gestaltungshebeln – deshalb laufen wir los.
Quellen
Erhard, Ludwig. 1964. Wohlstand für alle. 8. Auflage, bearb. von Wolfram Langer. Econ Verlag, Düsseldorf/Wien.
Nielsen, Kristian S., Kimberly A. Nicholas, Felix Creutzig, Thomas Dietz und Paul C. Stern. 2021. „The Role of High-Socioeconomic-Status People in Locking in or Rapidly Reducing Energy-Driven Greenhouse Gas Emissions“. Nature Energy 6, Nr. 11 (November 2021): 1011–16. https://doi.org/10.1038/s41560-021-00900-y