Worum es geht

Eine Illustration

Die Art, wie wir wirtschaften, hat Folgen. Mit der ressourcenintensiven und fossilen Wirtschaftsweise von heute zerstört die Menschheit ihre Lebensgrundlagen. Auf dieser Erkenntnis basierte schon die Nachhaltigkeitsagenda von 1987. Ihr Ziel ist es, eine hohe Lebensqualität für das 21. Jahrhundert zu sichern – in einer radikal veränderten Welt und neuen Ära des „Anthropozän“.

Wir leben heute in einer Zeit, die nicht mit den letzten 10.000 Jahren vergleichbar ist. Sie konfrontiert die Menschheit als Ganzes mit dem rasant erodierenden Zustand ihrer Ökosysteme und Lebensräume. Das ist eine neue Realität.

Sie wird auch oft als „Anthropozän“ bezeichnet, da die Menschheit (Anthropos: altgriechisch für Mensch) die ökologischen Lebensbedingungen auf der Erde umfassend transformiert. Das ist sehr riskant. Denn Versorgungssicherheit hängt davon ab, dass sich natürliche Systeme einigermaßen verlässlich verhalten. Heute sind aber bereits sieben von neun dieser Systeme aus der gewohnten Balance gerutscht. Sieben planetare Grenzen wurden überschritten. Dazu gehören Klima, Artenvielfalt und Landnutzung. Mit jeder weiteren Belastung steigt das Risiko für eine sichere Zukunft der Menschheit.

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Credit: Richardson u. a. 2023 (CC BY-NC 4.0), deutsche Übersetzung: Sachverständigenrat für Umweltfragen 2023

Gleichzeitig stellt die rasant zunehmende Ungleichheit nicht nur den sozialen Zusammenhalt, sondern auch universelle Menschenrechte und das Vertrauen in demokratische Prozesse auf den Prüfstand. Technologieentwicklung wiederum wird zunehmend als ein Wettrüsten beschrieben, anstatt neue Lösungen für ein gutes Leben im 21. Jahrhundert voranzutreiben.

Die heutige Realität und ihre Gewohnheiten sind also weder normal noch besonders stabil. Wir stehen an einer Reihe von Umbrüchen oder auch Kipp-Punkten. Neue Produktions- und Konsumformen werden kommen – by design or disaster.

Dass sich durch ein besseres Design der Wirtschaftsformen viel gewinnen lässt, war immer Ansporn hinter globaler und europäischer Kooperation und zeigt sich in vielen politischen Deklarationen, zuletzt in den 17 Globalen Nachhaltigkeitszielen (SDGs). Diese Ziele spiegeln sich in Wünschen aus der Bevölkerung, wie groß angelegte Befragungen zum Wohlstandsverständnis im Dialog „Gut Leben in Deutschland” 2017, die „Global Commons Survey” 2021 oder der „Better Life Index“ der OECD zeigen.

Um diese Ziele zu erreichen, brauchen wir einen strukturellen Umbau der Wirtschaft in Richtung erneuerbarer und zirkulärer Prozesse. Auch das ist gut erforscht und benannt. Die Umsetzung, die dafür notwendige Transformation der politischen Rahmenbedingungen ist es, die demokratischen Gesellschaften viel abverlangt: Wir müssen nicht nur das Denken loslassen, das die heutigen Probleme geschaffen hat, sondern auch die Strukturen, die diese Probleme fortschreiben. Ein großes Abenteuer des konstruktiven Zusammenwirkens.

Quellen

Bundesregierung. 2024. „Die 17 Globalen Nachhaltigkeitsziele verständlich erklärt.“ https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/nachhaltigkeitspolitik/nachhaltigkeitsziele-erklaert-232174

Bundesregierung. 2020. „Gut leben in Deutschland.“ https://www.gut-leben-in-deutschland.de/

Gaffney, Owen, und Zoe Tcholak-Antitch. „Global Commons Survey: Attitudes to Planetary Stewardship and Transformation among G20 Countries.“ Global Commons Alliance, 2021. https://globalcommonsalliance.org/wp-content/uploads/2024/01/Global-Commons-G20-Survey-full-report.pdf

Mill, John Stuart. 1848. The Collected Works of John Stuart Mill, Band III, Principles of Political Economy, Teil II

OECD. 2024. „OECD Better Life Index“. https://www.oecdbetterlifeindex.org/

Richardson, Katherine, Will Steffen, Wolfgang Lucht, Jørgen Bendtsen, Sarah E. Cornell, Jonathan F. Donges, Markus Drüke, u. a. 2023. „Earth beyond Six of Nine Planetary Boundaries“. Science Advances 9 (37): eadh2458. https://doi.org/10.1126/sciadv.adh2458

Salk, Jonas, und Jonathan Salk. 2018. A New Reality: Human Evolution for a Sustainable Future. City Point Press. https://www.anewrealitybook.com

Grafik: Richardson u. a., 2023 (CC BY-NC 4.0), deutsche Übersetzung: Sachverständigenrat für Umweltfragen 2023, https://www.umweltrat.de/SharedDocs/Downloads/DE/04_Stellungnahmen/2020_2024/2023_11_Grafik_Planetare_Grenzen.png?__blob=publicationFile&v=9

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